13 Haziran 2012 Çarşamba

Holocaust, Juden und Antisemitismus


Der Faschismus hat schreckliches Leid über die Menschheit gebracht. Das 19. und 20. Jahrhundert sah zahllose von rassistischen Regimes begangene Massenmorde, unschuldige Menschen wurden unterdrückt und ermordet im Namen ideologischer Besessenheiten. Die Art und Weise, wie die Weltsicht der Nationalsozialisten aus Darwins Evolutionstheorie als intellektueller Basis hergeleitet wurde, offenbart dies.
Die Vernichtungspolitik der Nazis richtete sich nicht nur gegen die Juden, sondern ebenso auf andere ethnische, religiöse und soziale Gruppen wie Zigeuner, Polen, Slawen, religiöse Katholiken, Zeugen Jehovas sowie Körper- und Geistesbehinderte. Es ist richtig, dass das jüdische Volk, das 5,5 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern verlor, am meisten von den nationalsozialistischen Greueln betroffen war. Doch die Zahl der Menschen, die in den Lagern ihr Leben verloren, übersteigt 11 Millionen, und mehr als die Hälfte davon sind Menschen aus den oben genannten Gruppen.
Die Lage der Leute der Schrift im Quran
Gott teilt in einem Vers folgendermaßen mit, dass die Menschen nicht nach Rassen, Hautfarben und ethnischen Wurzeln zu bewerten sind, sondern entsprechend ihres Verhaltensmoral:
“O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig.”(Quran, 49:13)

Der im Vers verwendete Ausdruck “damit ihr einander kennenlernt” zeigt, weshalb Gott unterschiedliche Rassen und ethnische Abstammungen schuf: Die verschiedenen Nationalitäten und Stämme, die alle Diener Gottes sind, haben einander kennenzulernen, das heißt, sie sollen von ihren unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Gebräuchen und Fähigkeiten lernen. Das Ziel des Zusammenfindens unterschiedlicher Rassen sind nicht Auseinandersetzung und Krieg, sondern es ist kulturelle Vielfalt.
Die Moral und die Bestimmungen, die Gott in diesem und anderen Versen vermittelt, halten einen Muslim auf jeden Fall vom Rassismus ab. Deshalb ist es nicht vorstellbar, dass wir als Muslime Juden oder einer anderen Rasse gegenüber negative Gedanken hegen und dies lediglich aufgrund deren ethnischer Abstammung.
Betrachtet man das Thema unter dem Blickwinkel der jüdischen Religion, so begegnen wir erneut einer bedeutenden im Quran offenbarten Tatsache. Die Juden werden gemeinsam mit den Christen im Quran als “Leute der Schrift” bezeichnet und stehen den Muslimen näher als die Atheisten oder Polytheisten. Wie sehr auch die Thora und die Bibel willkürlich abgeändert wurden, und Juden und Christen als Ergebnis dieser Textentstellung manche abergläubische Überzeugungen angenommen haben, sind sie doch Menschen, die an Gott, Seine Einheit und an die von Ihm kommenden Bestimmungen gebunden sind.
Im Quran werden grundlegende Unterscheidungen zwischen Götzendienern und den Leuten der Schrift vorgenommen, die vor allem in Bezug auf das soziale Leben bedeutsam sind. So teilt Gott zum Beispiel in einem Vers bezüglich der Götzendiener mit:

“… Siehe, die Götzendiener sind unrein. Darum sollen sie sich nach diesem ihrem Jahr der unverletzlichen Moschee nicht mehr nähern…” (Quran, 9:28)

Denn Götzendiener sind Menschen, die keinerlei Göttliche Regel kennen, über kein moralisches Kriterium verfügen und ohne Zögern jegliche Art von Unreinlichkeit und Abweichung begehen.
Lediglich die Leute der Schrift verfügen über moralische Kriterien, die im wesentlichen auf der Eingebung Gottes beruhen, sowie auf den Begriffen “verboten” und “erlaubt”. Deshalb sind die Speisen der Leute der Schrift für Muslime erlaubt. In gleicher Weise wurde Muslimischen Männern gestattet, Frauen der Leute der Schrift zu heiraten. Diesbezüglich befahl Gott in einem Vers folgendes:
Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Auch die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, so wie euere Speisen ihnen erlaubt sind. Und (erlaubt sind euch zu heiraten) tugendhafte Frauen, die gläubig sind, und tugendhafte Frauen von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde, sofern ihr ihnen ihr Brautgeld gegeben habt und tugendhaft mit ihnen lebt, ohne Unzucht, und keine Geliebten nehmt. Wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist fruchtlos, und im Jenseits ist er einer der Verlorenen.(Quran, 5:5)
Diese Bestimmungen zeigen, dass als Ergebnis einer Heirat zwischen Muslimen und Leuten der Schrift Verwandschaftsbeziehungen entstehen können und beide Seiten gegenseitigen Einladungen zum Essen Folge leisten können; dies sind demzufolge die Grundlagen, die warmherzige menschliche Beziehungen und ein entspanntes Miteinander gewährleisten. Wenn also im Quran diese maßvolle und tolerante Ansicht empfohlen wird, dann ist es undenkbar, dass wir als Muslime gegenteilige Gedanken hegen.
Weiterhin wird im Quran mitgeteilt, das Klöster, Kirchen und Synagogen zu den von Gott geschützten Gebetsstätten zählen:
“… Und hätte Allah nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Allahs Name häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden. Und wer Ihm helfen will, dem hilft gewiss auch Allah; denn Allah ist stark und mächtig.” (Quran, 22:40)
Dieser Vers zeigt jedem Muslim, wie wichtig es ist, den Gebetsstätten der Leute der Schrift Achtung zu entbieten und diese zu schützen.
Muslimische Gesellschaften verhielten sich im Laufe der Geschichte stets tolerant gegenüber Menschen unterschiedlicher Religionen und Rassen. Auf dem Bild ist Sultan Mehmed-II der Eroberer zu sehen, wie er die Ayasofya betritt.
Betrachtet man schließlich die Islamische Geschichte, dann fällt auf, dass sich Muslimische Gesellschaften zu jeder Zeit den Leuten der Schrift gegenüber maßvoll und tolerant verhielten. Dies wird besonders im Osmanischen Reich deutlich, dessen Erben die Bewohner der heutigen Türkei sind. Bekanntlich fanden die Juden, denen im katholischen Spanien kein Lebensrecht mehr eingeräumt wurde, den gesuchten Frieden auf dem Boden des Osmanischen Reiches. Sultan Mehmet der Eroberer gestand nach der Eroberung Konstantinopels sowohl den Christen als auch den Juden das Recht auf ein Leben in Freiheit zu. Während der gesamten osmanischen Herrschaft wurden die Juden als Leute der Schrift betrachtet und ihnen die Möglichkeit gewährt, in Frieden zu leben.
Zu keiner Zeit gab es in der Islamischen Welt den in Europa zu beobachtenden Antisemitismus (Judenfeindlichkeit), der aus den Praktiken der Inquisition und aus rassistischem Gedankengut geboren wurde. Uns Muslimen, die wir die Gebote und Verbote des Quran beachten, ist es demzufolge gar nicht möglich, aufgrund von Religion und Glauben eine Feindschaft den Juden gegenüber zu nähren.

Die dunklen Wurzeln des Antisemitismus

Als weiterer Punkt ist hinzufügen, dass die als Antisemitismus bekannte Ideologie eine heidnische Lehre ist, die ohnehin von keinem Muslim angenommen werden kann.
Um dies zu erkennen ist es jedoch notwendig die Wurzeln des Antisemitismus zu untersuchen. Der im allgemeinen als “Judenfeindlichkeit” verstandene Ausdruck bedeutet eigentlich “Semitenfeindlichkeit” und drückt die Feindschaft gegenüber der von der Rasse der Semiten stammenden, semitischen Völkerschaft aus. Die Semiten bestehen aus Arabern, Juden und anderen im nahen Osten ansässigen ethnischen Gruppen. Sprachen und Kulturen der Semiten sind sehr ähnlich. (So ähneln z.B. Arabisch und Hebräisch einander sehr.)
Die neo-heidnische Strömung, die im Europa des 19. Jahrhunderts aufkam, befürwortete die Rückkehr der europäischen Gesellschaften in die vorchristliche polytheistische Zeit. Die Neuheiden, die den göttlichen Religionen wie dem Judentum und dem Christentum feindlich gesonnen waren, imitierten das wertlose Lebensmodell der polytheistischen Gesellschaften. Ein Beispiel hierfür ist das Poster der Nazipropaganda (oben rechts), das die SS mit den antiken heidnischen Kriegern gleichsetzt.
Die zweite grosse ethnische Gruppe, ist die der Indoeuropäer. Die meisten der heutigen europäischen Nationalitäten sind indoeuropäischer Abstammung.
Zu all diesen unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften kamen Propheten, um die Existenz und Einheit Gottes zu erklären und Seine Gebote und Verbote zu verkünden. Betrachtet man schriftliche Aufzeichnungen, dann stellt man fest, dass die indoeuropäischen Nationalitäten seit alters her stets polytheistischen Glaubensrichtungen anhingen. Die Zivilisation der Griechen und Römer und die zur gleichen Zeit im Norden Europas lebenden Germanen und Wikinger hingen stets dem Glauben an die Vielgötterei an. Aus diesem Grund blieben diese Gesellschaften völlig ohne sittliche Kriterien. Gewalt und Grausamkeit wurden als legale und lobenswerte Eigenschaften betrachtet und Sittenlosigkeit wie Homosexualität und Ehebruch waren weit verbreitet. (Es sei daran erinnert, dass der wichtigste Vertreter der indoeuropäischen Zivilisation, das Römische Reich, eine Gesellschaft war, die in den Arenen Menschen zur Volksbelustigung zerfleischen liess.)

Friedrich Nietzsche war der Vorläufer der im 19. Jahrhundert aufgekommenen neo-heidnischen Strömung.
Diese in Europa vorherrschenden Stämme begegneten dem monotheistischen Glauben unter dem Einfluß des zu den Semiten gesandten Propheten Jesus (a.s). Die Botschaft Jesu, der den Kindern Israels als Prophet gesandt wurde und der selbst nach Herkunft und Sprache Jude war, verbreitete sich im Lauf der Zeit nach Europa, und die polytheistischen Stämme nahmen das Christentum an. Das Christentum degenerierte jedoch mit der Zeit und der vom rechten Weg abgeirrte Trinitätsglaube, die Dreieinigkeit, wurde Bestandteil des Christentums.
Im 18. und 19. Jahrhundert entstand in Europa mit dem Rückgang des religiösen Christentums und dem Erstarken von Ideologien und Philosophien, die die Gottlosigkeit verteidigten, eine seltsame Strömung: der Neo-Polytheismus oder Neo-Paganismus. Die Vertreter dieser Strömung forderten, dass die europäischen Gesellschaften das Christentum zurückweisen und zu ihren früheren polytheistischen Glaubensrichtungen zurückkehren müssten. Diesen neuen Götzendienern zufolge war das Moralverständnis der heidnischen europäischen Gesellschaften höherwertig, als das christliche Moralverständnis.
Einer der wichtigsten Vertreter dieser Strömung war Friedrich Nietzsche, der auch zu den bedeutendsten Theoretikern des Faschismus zählte. Nietzsche, der dem Christentum gegenüber einen großen Haß verspürte, war der Überzeugung, dass diese Religion den in der Seele der deutschen Rasse vorhandenen “Krieger”, und damit deren reinstes Wesen vernichtete hatte. Mit dem Buch “Der Antichrist” griff er das Christentum an und verteidigte mit dem Buch “Also sprach Zarathustra” die alte heidnische Kultur. (Das Zoroastriertum ist eine der im antiken Persien weit verbreiteten heidnischen Religionen, die dem indoeuropäischen Kulturkreis zugerechnet wird.)
Während die neuen Heiden Feinde des Christentums wurden, nährten sie gleichzeitig auch einen großen Hass auf das Judentum, das sie als die Wurzel des Christentums ansahen. Sie bewerteten das Christentum sogar als Eroberung der Welt durch jüdisches Gedankengut und betrachteten es als ein jüdisches Komplott. Es bedarf keiner weiteren Diskussion darüber, dass die neuen Heiden in gleicher Weise gegenüber dem Islam, der einzigen wahren Religion, Hass empfanden.
Der eigentliche Grund der Judenfeindlichkeit der Nazis war ihre Bindung an die neo-heidnische Lehre. Während ihrer Regierungszeit veranstalteten sie überall in Deutschland Aufmärsche, die an die heidnischen Feiern der Antike erinnerten. Einer davon ist die obige Erö ffnung der Olympischen Spiele in Berlin.
Auf diese Weise entfachte die neo-heidnische Strömung auf der einen Seite die Religionsfeindlichkeit und gebar auf der anderen Seite die Ideologien des Faschismus und des Antisemitismus. Betrachtet man die Grundlagen der Nazi-Ideologie, dann wird ganz deutlich, dass Hitler und seine Anhänger im wahren Sinn des Wortes Heiden gewesen sind.

Der Nationalsozialismus: Das Heidentum des 20. Jahrhunderts

Ein Denker namens Jörg Lanz von Liebenfels spielte eine grosse Rolle bei der Entwicklung der Nazi-Ideologie in Deutschland. Lanz glaubte mit großer Überzeugung an seine neo-heidnischen Ideen. Er fand das Hakenkreuz, das zum Symbol der Nazipartei wurde, in alten heidnischen Quellen. Die von Lanz gegründete “Ordo Novi Templi” Vereinigung gab sich völlig der Wiedergeburt des Polytheismus hin. Lanz erklärte ganz offen, dass er “Wotan” anbete, eine der falschen Gottheiten der alten heidnischen germanischen Stämme. Ihm zufolge war der Wotanismus die ureigenste Religion des deutschen Volkes, und die Deutschen konnten angeblich nur durch die Rückkehr zu dieser Religion gerettet werden.
Die Nazi Ideologie entwickelte sich entlang des Weges, den Lanz und andere heidnische Ideologen vorgegeben hatten. Alfred Rosenberg, einer der wichtigsten Ideologen der Nazis, plädierte ganz offen dafür, dass das Christentum dem unter der Führerschaft Hitlers neu errichteten Deutschland nicht die erforderliche “seelische Energie” geben könne und aus diesem Grund die deutsche Rasse zur antiken heidnischen Religion zurückkehren müsse. Nach Rosenberg müssten nach der Regierungsübernahme durch die Nazis die religiösen Symbole aus den Kirchen entfernt, und an deren Stelle Hakenkreuze, Hitlers Buch Mein Kampf und Schwerter angebracht werden als Symbole für die Unbesiegbarkeit der Deutschen. Hitler übernahm die Ansichten Rosenbergs, sah jedoch von der Verwirklichung der neuen deutschen Religionstheorie ab, da er erwartete, damit heftige Reaktionen in der Bevölkerung hervorzurufen.1
Doch wurden während des Naziregimes manche wieder eingeführte heidnische Rituale praktiziert. Kurz nachdem Hitler an die Macht gekommen war, begann man, die Feiertage des Christentums aufzuheben und sie durch “heilige” Tage heidnischer Religionen zu ersetzen. Bei Trauungen wurde auf imaginäre Götzen wie “Erdmutter” und “Himmelsvater” geschworen und 1935 wurde verboten, christliche Gebete in Schulen zu verrichten. Später wurde der christliche Religionsunterricht völlig abgeschafft.
Der Chef der SS, Heinrich Himmler, drückte den Hass des Naziregimes auf das Christentum folgendermaßen aus: “Diese Religion ist der größte Bazillus, den die Geschichte in sich trägt und es ist erforderlich, ihn auch als solchen zu behandeln.” 2 Diese Worte sind Ausdruck der ignoranten und unvernünftigen Mentalität Himmlers und der Nazis. Und dies kann nicht akzeptiert werden.
So ist die Judenfeindlichkeit der Nazis ein Teil der Religionsfeindlichkeit. Die Nazis, die das Christentum als ein jüdisches Komplott betrachteten, bemühten sich, die deutsche Gesellschaft auf der einen Seite vom Christentum loszulösen und zwangen auf der anderen Seite die Juden durch eine Reihe von gegen sie gerichteten Massnahmen zum Verlassen Deutschlands.
Die heutigen neonazistischen und faschistischen Gruppen, die die Vorhut des Antisemitismus bilden, vertretenallesamt religionsfeindliche Ideologien und sie verwenden Aussagen, die sich auf heidnische Begriffe stützen.

Die darwinistischen Wurzeln des Nationalsozialismus

Ein anderer wichtiger Aspekt der Weltanschauung der Nazis ist ihre Akzeptanz der Darwinschen Evolutionstheorie.
Als Darwin diese Theorie aufstellte, behauptete er, dass es in der Natur stets einen Überlebenskampf gibt, der manche Rassen vorwärts bringt und die Verlierer dieses Kampfes zum Untergang verurteilt. Diese Ansichten wurden innerhalb kürzester Zeit zum wissenschaftlichen Fundament des Rassismus. James Joll, der jahrelang als Professor für Geschichte an den Universitäten Oxford, Stanford und Harvard wirkte, beschreibt in seinem Buch Europe since 1870 (Europa seit 1870), das immer noch an den Universitäten verwendet wird, die ideologische Verbindung zwischen Darwinismus und Rassismus:
Der englische Naturforscher Charles Darwin hatte mit seinem 1859 erschienenen Buch Der Ursprung der Arten und dem 1871 folgenden Die Entstehung des Menschen eine große Diskussion begonnen und zur gleichen Zeit mehrere Bereiche des europäischen Denkens beeinflußt… Die Ideen von Darwin und die Gedanken von einigen modernen Denkern wie des englischen Philosophen Herbert Spencer wurden sehr schnell in Bereichen umgesetzt, die außerhalb der Wissenschaft lagen. Die praktikabelste Seite für die gesellschaftliche Entwicklung des Darwinismus war der Glaube, die Erde sei überbevölkert und könne nicht mehr durch natürliche Resseourcen ernährt werden. Deswegen bedürfe es eines ständigen Überlebenskampfes, aus dem die Starken oder die “Geeigneten” als Sieger hervorgingen. Für bestimmte Sozialwissenschaftler war es ein Leichtes, von diesem Punkt ausgehend dem Begriff des “Geeigneten” eine moralische Bedeutung hinzufügen und zu behaupten, die im Überlebenskampf siegreichen Arten oder Rassen würden auch eine moralische Überlegenheit aufweisen.
So vereinte sich die Doktrin der natürlichen Selektion ganz einfach mit einer anderen, von dem französischen Schriftsteller Joseph-Arthur Gobineau entwickelten Gedankenschule. Gobineau veröfftichte 1853 eine Arbeit unter dem Titel Ein Aufsatz über die Ungleichheit der menschlichen Rassen. Gobineau führte an, dass in der Evolution die Rasse das größte Agens ist, und dass die anderen Rassen überlegene Rasse auch ihre eigene rassische Reinheit am besten zu schützen weiß. Gobineau zufolge war die im Überlebenskampf überlegene Rasse die arische Rasse…
Es war der engliche Schriftsteller Houston Steward Chamberlain, der diese Ideen einen Schritt weiter führte. Hitler bewunderte diesen Autor so sehr, dass er ihn 1927 an seinem Totenbett besuchte.3
Die Bewertung der Menschen entsprechend ihrer ethnischen Wurzeln und vererblichen physischen Maße war eine Verirrung, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Der wichtigste Grund hierfür war die Evolutionstheorie von Darwin, der die gesamten Menschheit unter einem rassistischen Blickwinkel betrachtete. Darwin war auch der verborgene Architekt des Rassismus im 19. Jahrhundert und der Nazigreuel im 20. Jahrhundert. Oben sind die “Maße der Rassen” zu sehen, mit denen die Kriterien der Evolution ausgearbeitet wurden.
Das zwischen Hitler und den Ideen Darwins bestehende Band ist auch aus dem Titel von Hitlers Buch Mein Kampf abzulesen: Der Kampf von dem der Naziführer schreibt, ist der von Darwin postulierte Überlebenskampf.
Die ideologische Verbindung von Hitler und den Nazis mit dem Darwinismus gewann mit der von ihnen nach der Machtübernahme praktizierten Politik an Deutlichkeit. Die von den Nazis praktizierte Rassenpolitik beruhte auf der Eugenik und bestand aus der Übertragung der Evolutionstheorie auf die menschliche Gesellschaft.
Das Wort Eugenik bedeutet, behinderte und kranke Menschen auszulesen und mittels der Vermehrung gesunder Individuen eine Menschenrasse zu “veredeln”. Der Theorie der Eugenik zufolge kann eine menschliche Rasse ebenso veredelt werden, wie eine gute Tierrasse durch Paarung gesunder Tiere entsteht.
Die Titelseite der Erstauflage von Hitlers Mein Kamp
Es waren Francis Galton, der Cousin von Charles Darwin und dessen Sohn Leonard Darwin, die diese Theorie entwickelten. Der erste, der die Theorie der Eugenik in Deutschland übernahm, war der Evolutionsbiologe Ernst Haeckel, ein enger Freund von Darwin. Er schlug vor, neugeborene behinderte Babys ohne Verzögerung zu töten um auf diese Weise die Evolution der Gesellschaft zu beschleunigen. Er ging sogar noch weiter und führte die Notwendigkeit an, Aussätzige, Krebskranke und Geisteskranke ohne Barmherzigkeit zu töten, da ansonsten diese Personen der Gesellschaft zur Last fallen und die Evolution verlangsamen würden. Haeckel starb im Jahr 1919, seine Ideen jedoch wurden von den Nazis übernommen. Kurze Zeit nachdem Hitler an die Macht gekommen war, begann er eine offizielle Politik der Eugenik. Folgende Sätze aus Hitlers Mein Kampf fassen diese Politik zusammen:
Der völkische Staat hat hier die ungeheuerste Erziehungsarbeit zu leisten. Sie wird aber dereinst auch als eine größere Tat erscheinen als es die siegreichsten Kriege unseres heutigen bürgerlichen Zeitalters sind. Er hat durch Erziehung den einzelnen zu belehren, daß es keine Schande, sondern nur ein bedauernswertes Unglück ist, krank und schwächlich zu sein, daß es aber ein Verbrechen und daher zugleich eine Schande ist, dieses Unglück durch eigenen Egoismus zu entehren, indem man es unschuldigen Wesen wieder aufbürdet; daß es demgegenüber von einem Adel höchster Gesinnung und bewundernswertester Menschlichkeit zeugt, wenn der unschuldige Kranke, unter Verzicht auf ein eigenes Kind, seine Liebe und Zärtlichkeit einem unbekannten armen, jungen Sprossen seines Volkstums schenkt, der in seiner Gesundheit verspricht, dereinst ein kraftvolles Glied einer kraftvollen Gemeinschaft zu werden. Und der Staat hat in dieser Erziehungsarbeit die rein geistige Ergänzung seiner praktischen Tätigkeit zu leisten. Er muß ohne Rücksicht auf Verständnis oder Unverständnis, Billigung oder Mißbilligung in diesem Sinne handeln. Eine nur sechshundertjährige Verhinderung der Zeugungsfähigkeit und Zeugungsmöglichkeit seitens körperlich Degenerierter und geistig Erkrankter würde die Menschheit nicht nur von einem unermeßlichen Unglück befreien, sondern zu einer Gesundung beitragen, die heute kaum faßbar erscheint. Wenn so die bewußte planmäßige Förderung der Fruchtbarkeit der gesündesten Träger des Volkstums verwirklicht wird, so wird das Ergebnis eine Rasse sein, die, zunächst wenigstens, die Keime unseres heutigen körperlichen und damit auch geistigen Verfalls wieder ausgeschieden haben wird.4
Unter den Ideengebern Hitlers befinden sich ganz zuvorderst die Biologen, die die Evolutionstheorie verteidigten. Die Wurzel von Hitlers Ideen der Eugenik (Rassereinheit) waren insbesondere der Cousin von Charles Darwin, Francis Galton, sowie Ernst Heckel, der eifrigste Vertreter Darwins in Deutschland.
Gestützt auf diese Ideologie Hitlers wiesen die Nazis Geisteskranke, Behinderte, und genetisch Kranke in besondere “Sterilisierungszentren” ein. Aufgrund eines 1933 erlassenen Gesetzes wurden 350.000 Geisteskranke, 30.000 Zigeuner und Hunderte von farbiger Kinder durch Röntgenstrahlen, Injektionen und Elektroschocks im Genitalbereich unfruchtbar gemacht. Ein Nazioffizier sagte, “Der Nationalsozialismus ist nichts anderes als angewandte Biologie.”5
Doch was die Nazis für angewandte Biologie hielten, war die den grundlegenden Gesetzen der Biologie entgegengesetze Theorie Darwins. Heute ist klar, dass sowohl die Theorie der Eugenik wie auch die anderen darwinistischen Behauptungen jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehren.
Die Bindung der Nazis an die Evolutionstheorie stand neben ihrer Rassenpolitik in enger Beziehung zu ihrer Religionsfeindschaft. Sie waren grimmige Feinde der Göttlichen Religionen und wollten an deren Stelle heidnische Glaubenslehren verankern. Sie bemerkten sehr schnell, dass Religionsfeindlichkeit, die in der Bevölkerung durchsetzbar sein sollte, die Praktizierung von antireligiöser Suggestion und Propaganda erforderte und dass deren wirkungsvollste Umsetzung mit Hilfe der Theorien des Darwinismus geschehen konnte. Wenn Daniel Gasman in seinem Buch The Scientific Origins of National Socialism (Der wissenschaftliche Ursprung des Nationalsozialismus) sagte “Hitler glaubte, dass der Gedanke der biologischen Evolution die stärkste Waffe ist, die gegen die Religion verwendet wird”, dann drückte er genau dies aus.6
Die Fundamente des despotischen, unbarmherzigen Charakters der Naziswaren ihre Religionsfeindlichkeit und die darwinistische Ideologie.

Die Quranische Moral beseitigt Antisemitismus und Rassismus

Der Antisemitismus ist eine antireligiöse und darwinistische Ideologie, deren Wurzeln in das Heidentum zurückreichen. Deshalb ist es für einen Muslim unmöglich, den Antisemitismus zu übernehmen und diesem Sympatie entgegenzubringen. Ein Antisemit ist ein Feind des Propheten Abraham (a.s), des Propheten Moses (a.s) und des Propheten David (a.s). Diese Propheten wurden von Gott erwählt und den Menschen als Botschafter gesandt.
Auch andere Formen des Rassismus, wie die Feindschaft gegenüber Farbigen, die aus verschiedenen Ideologien und falschen Glaubenslehren resultieren, stehen im Gegensatz zu den Göttlichen Religionen.
Untersucht man den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus, dann ist deutlich zu erkennen, dass diese ein Gesellschaftsmodel verteidigen, das eine der Quranischen Moral entgegengesetzte Denkweise vertritt.
Die Wurzel des Antisemitismus besteht aus Hass und Unbarmherzigkeit. Aus diesem Grund haben die Antisemiten die heidnischen Glaubenslehren der früheren Barbaren nachgeahmt. Ein Antisemit ist so grausam, dass er es verteidigt Juden, ohne zwischen Frauen, Kindern und Alten zu unterscheiden, zu foltern und zu ermorden. Doch die Quranische Moral lehrt die Menschen Liebe, Anteilnahme und Barmherzigkeit, und und sie gebietet den Muslimen, Feinden gegenüber gerecht zu sein und ihnen nötigenfalls zu vergeben.
Der Rassismus ist eine perverse Ideologie, die nicht mit der religiösen Moral zusammenpasst und die Menschen dauernd in die Katastrophe führt. Die religiöse Moral dagegen befiehlt Toleranz, Liebe, Barmherzigkeit und die Fähigkeit zum Verzeihen, also in Kürze eine schöne Moral.
Ein weiteres Gebot der Moral, die Gott die Menschen im Quran lehrt, besteht darin, keine Pauschalurteile zu fällen, nur weil die Menschen verschiedenen Rassen, Völkern und Religionen angehören. In jeder menschlichen Gesellschaft gibt es gute und schlechte Menschen. Dies gilt auch für die Leute der Schrift. Nachdem in den Versen dargelegt wurde, dass ein Teil der Leute der Schrift sich gegen Gott und die Religion auflehnt, wird mitgeteilt, dass es unter ihnen auch aufrichtig Gute gibt:
Sie sind aber nicht alle gleich. Unter den Völkern der Schrift gibt es eine aufrechte Gemeinde, welche die Verse Allahs zur Zeit der Nacht liest und sich niederwirft. Diese glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und wetteifern in guten Werken; und sie gehören zu den Rechtschaffenen, und was sie an Gutem tun, es wird ihnen niemals bestritten; und Allah kennt die Gottesfürchtigen.(Quran, 3:113-115)
Gott gebietet im Quran, dass diejenigen gut behandelt werden sollen, die der Religion nicht feindlich gegenüberstehen:

Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. Allah verbietet euch nur, mit denen Freundschaft zu schließen, die euch des Glaubens wegen bekämpft oder euch aus eueren Wohnungen vertrieben oder bei euerer Vertreibung geholfen haben. Wer mit ihnen Freundschaft schließt, tut Unrecht.(Quran, 60:8-9)

Rassismus – gegen wen auch immer gewandt – ist immer ein großes Verbrechen und eine Grausamkeit. Die Nazis gingen als ein Beispiel dafür in die Geschichte ein, welches Ausmaß die Unbarmherzigkeit der rassistischen Brutalität erreichen kann. Dieses unschuldige jüdische Kind, das sich in den 1940er Jahren am Boden des Warschauer Ghettos dahinschleppt, sowie die Unschuldigen aus hunderten von verschiedenen unterdrückten Nationalitäten zeigen die Brutalität des Rassismus.
Im Quran befiehlt Gott, sogar gegenüber der Feinde der Muslime gerecht zu sein:
O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah. Siehe, Allah kennt euer Tun. (Quran, 5:8)
Alle diese Verse zeigen, dass es nicht der Islamischen Moral entspricht, aufgrund von Glauben- und Rassenunterschieden anderen Menschen gegenüber Hass, Zorn, Widerwillen oder Agressivität an den Tag zu legen. Darüber hinaus muss man sich die Tatsache vor Augen halten, dass die Juden Abkömmlinge vom Stamm des Propheten Abraham (a.s) sind. Die Islamische Moral erlaubt auf gar keinen Fall, die Nachkommen des Propheten Abraham (a.s) zu vernichten. Keinem Muslim, der der Quranischen Moral und der Sunna unseres Propheten (s.a.w.s) Folge leistet, ist es möglich, ein solch verwerfliches Unternehmen zu akzeptieren.
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1. Michael Howard, The Occult Conspiracy: The Secret History of Mystics, Templars, Masons and Occult Societies, 1b., London: Rider, 1989, S. 130.
2. Herbert F. Ziegler, Nazi Germany’s New Aristocracy: The SS Leadership 1925-1939. Princeton, New Jersey, University Press, 1989, S. 85.
3. James Joll, Europe Since 1870: An International History, Penguin Books, Middlesex, 1990, S. 102-103.
4. Adolf Hitler, Mein Kampf, München: Verlag Franz Eher Nachfolger, 1993, S. 44, 447-448.
5. Henry Morris, The Long War Against God, S. 78; Francis Schaeffer, How Shall We Then Live?, New Jersey, Revell Books, Old Tappan, 1976, S. 151.
6. Daniel Gasman, The Scientific Origins of National Socialism: Social Darwinism in Ernst Haeckel and the German Monist League, New York: American Elsevier Press, 1971, S. 168).

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