Der Faschismus hat schreckliches Leid über die Menschheit gebracht.
Das 19. und 20. Jahrhundert sah zahllose von rassistischen Regimes
begangene Massenmorde, unschuldige Menschen wurden unterdrückt und
ermordet im Namen ideologischer Besessenheiten. Die Art und Weise, wie
die Weltsicht der Nationalsozialisten aus Darwins Evolutionstheorie als
intellektueller Basis hergeleitet wurde, offenbart dies.
Die Vernichtungspolitik der Nazis richtete sich nicht nur gegen die Juden, sondern ebenso auf andere ethnische, religiöse und soziale Gruppen wie Zigeuner, Polen, Slawen, religiöse Katholiken, Zeugen Jehovas sowie Körper- und Geistesbehinderte. Es ist richtig, dass das jüdische Volk, das 5,5 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern verlor, am meisten von den nationalsozialistischen Greueln betroffen war. Doch die Zahl der Menschen, die in den Lagern ihr Leben verloren, übersteigt 11 Millionen, und mehr als die Hälfte davon sind Menschen aus den oben genannten Gruppen.
Die Lage der Leute der Schrift im Quran
Gott teilt in einem Vers folgendermaßen mit, dass die Menschen nicht nach Rassen, Hautfarben und ethnischen Wurzeln zu bewerten sind, sondern entsprechend ihres Verhaltensmoral:
“O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig.”(Quran, 49:13)
Der im Vers verwendete Ausdruck “damit ihr einander kennenlernt” zeigt, weshalb Gott unterschiedliche Rassen und ethnische Abstammungen schuf: Die verschiedenen Nationalitäten und Stämme, die alle Diener Gottes sind, haben einander kennenzulernen, das heißt, sie sollen von ihren unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Gebräuchen und Fähigkeiten lernen. Das Ziel des Zusammenfindens unterschiedlicher Rassen sind nicht Auseinandersetzung und Krieg, sondern es ist kulturelle Vielfalt.
Die Moral und die Bestimmungen, die Gott in diesem und anderen Versen vermittelt, halten einen Muslim auf jeden Fall vom Rassismus ab. Deshalb ist es nicht vorstellbar, dass wir als Muslime Juden oder einer anderen Rasse gegenüber negative Gedanken hegen und dies lediglich aufgrund deren ethnischer Abstammung.
Betrachtet man das Thema unter dem Blickwinkel der jüdischen Religion, so begegnen wir erneut einer bedeutenden im Quran offenbarten Tatsache. Die Juden werden gemeinsam mit den Christen im Quran als “Leute der Schrift” bezeichnet und stehen den Muslimen näher als die Atheisten oder Polytheisten. Wie sehr auch die Thora und die Bibel willkürlich abgeändert wurden, und Juden und Christen als Ergebnis dieser Textentstellung manche abergläubische Überzeugungen angenommen haben, sind sie doch Menschen, die an Gott, Seine Einheit und an die von Ihm kommenden Bestimmungen gebunden sind.
Im Quran werden grundlegende Unterscheidungen zwischen Götzendienern und den Leuten der Schrift vorgenommen, die vor allem in Bezug auf das soziale Leben bedeutsam sind. So teilt Gott zum Beispiel in einem Vers bezüglich der Götzendiener mit:
“… Siehe, die Götzendiener sind unrein. Darum sollen sie sich nach diesem ihrem Jahr der unverletzlichen Moschee nicht mehr nähern…” (Quran, 9:28)
Denn Götzendiener sind Menschen, die keinerlei Göttliche Regel kennen, über kein moralisches Kriterium verfügen und ohne Zögern jegliche Art von Unreinlichkeit und Abweichung begehen.
Lediglich die Leute der Schrift verfügen über moralische Kriterien, die im wesentlichen auf der Eingebung Gottes beruhen, sowie auf den Begriffen “verboten” und “erlaubt”. Deshalb sind die Speisen der Leute der Schrift für Muslime erlaubt. In gleicher Weise wurde Muslimischen Männern gestattet, Frauen der Leute der Schrift zu heiraten. Diesbezüglich befahl Gott in einem Vers folgendes:
Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Auch die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, so wie euere Speisen ihnen erlaubt sind. Und (erlaubt sind euch zu heiraten) tugendhafte Frauen, die gläubig sind, und tugendhafte Frauen von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde, sofern ihr ihnen ihr Brautgeld gegeben habt und tugendhaft mit ihnen lebt, ohne Unzucht, und keine Geliebten nehmt. Wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist fruchtlos, und im Jenseits ist er einer der Verlorenen.(Quran, 5:5)
Diese Bestimmungen zeigen, dass als Ergebnis einer Heirat zwischen Muslimen und Leuten der Schrift Verwandschaftsbeziehungen entstehen können und beide Seiten gegenseitigen Einladungen zum Essen Folge leisten können; dies sind demzufolge die Grundlagen, die warmherzige menschliche Beziehungen und ein entspanntes Miteinander gewährleisten. Wenn also im Quran diese maßvolle und tolerante Ansicht empfohlen wird, dann ist es undenkbar, dass wir als Muslime gegenteilige Gedanken hegen.
Weiterhin wird im Quran mitgeteilt, das Klöster, Kirchen und Synagogen zu den von Gott geschützten Gebetsstätten zählen:
“… Und hätte Allah nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Allahs Name häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden. Und wer Ihm helfen will, dem hilft gewiss auch Allah; denn Allah ist stark und mächtig.” (Quran, 22:40)
Dieser Vers zeigt jedem Muslim, wie wichtig es ist, den Gebetsstätten der Leute der Schrift Achtung zu entbieten und diese zu schützen.
Betrachtet man schließlich die Islamische Geschichte, dann fällt auf,
dass sich Muslimische Gesellschaften zu jeder Zeit den Leuten der
Schrift gegenüber maßvoll und tolerant verhielten. Dies wird besonders
im Osmanischen Reich deutlich, dessen Erben die Bewohner der heutigen
Türkei sind. Bekanntlich fanden die Juden, denen im katholischen Spanien
kein Lebensrecht mehr eingeräumt wurde, den gesuchten Frieden auf dem
Boden des Osmanischen Reiches. Sultan Mehmet der Eroberer gestand nach
der Eroberung Konstantinopels sowohl den Christen als auch den Juden das
Recht auf ein Leben in Freiheit zu. Während der gesamten osmanischen
Herrschaft wurden die Juden als Leute der Schrift betrachtet und ihnen
die Möglichkeit gewährt, in Frieden zu leben.
Zu keiner Zeit gab es in der Islamischen Welt den in Europa zu beobachtenden Antisemitismus (Judenfeindlichkeit), der aus den Praktiken der Inquisition und aus rassistischem Gedankengut geboren wurde. Uns Muslimen, die wir die Gebote und Verbote des Quran beachten, ist es demzufolge gar nicht möglich, aufgrund von Religion und Glauben eine Feindschaft den Juden gegenüber zu nähren.
Einer der wichtigsten Vertreter dieser Strömung war Friedrich Nietzsche, der auch zu den bedeutendsten Theoretikern des Faschismus zählte. Nietzsche, der dem Christentum gegenüber einen großen Haß verspürte, war der Überzeugung, dass diese Religion den in der Seele der deutschen Rasse vorhandenen “Krieger”, und damit deren reinstes Wesen vernichtete hatte. Mit dem Buch “Der Antichrist” griff er das Christentum an und verteidigte mit dem Buch “Also sprach Zarathustra” die alte heidnische Kultur. (Das Zoroastriertum ist eine der im antiken Persien weit verbreiteten heidnischen Religionen, die dem indoeuropäischen Kulturkreis zugerechnet wird.)
Während die neuen Heiden Feinde des Christentums wurden, nährten sie gleichzeitig auch einen großen Hass auf das Judentum, das sie als die Wurzel des Christentums ansahen. Sie bewerteten das Christentum sogar als Eroberung der Welt durch jüdisches Gedankengut und betrachteten es als ein jüdisches Komplott. Es bedarf keiner weiteren Diskussion darüber, dass die neuen Heiden in gleicher Weise gegenüber dem Islam, der einzigen wahren Religion, Hass empfanden.
Doch wurden während des Naziregimes manche wieder eingeführte heidnische Rituale praktiziert. Kurz nachdem Hitler an die Macht gekommen war, begann man, die Feiertage des Christentums aufzuheben und sie durch “heilige” Tage heidnischer Religionen zu ersetzen. Bei Trauungen wurde auf imaginäre Götzen wie “Erdmutter” und “Himmelsvater” geschworen und 1935 wurde verboten, christliche Gebete in Schulen zu verrichten. Später wurde der christliche Religionsunterricht völlig abgeschafft.
Der Chef der SS, Heinrich Himmler, drückte den Hass des Naziregimes auf das Christentum folgendermaßen aus: “Diese Religion ist der größte Bazillus, den die Geschichte in sich trägt und es ist erforderlich, ihn auch als solchen zu behandeln.” 2 Diese Worte sind Ausdruck der ignoranten und unvernünftigen Mentalität Himmlers und der Nazis. Und dies kann nicht akzeptiert werden.
So ist die Judenfeindlichkeit der Nazis ein Teil der Religionsfeindlichkeit. Die Nazis, die das Christentum als ein jüdisches Komplott betrachteten, bemühten sich, die deutsche Gesellschaft auf der einen Seite vom Christentum loszulösen und zwangen auf der anderen Seite die Juden durch eine Reihe von gegen sie gerichteten Massnahmen zum Verlassen Deutschlands.
Die heutigen neonazistischen und faschistischen Gruppen, die die Vorhut des Antisemitismus bilden, vertretenallesamt religionsfeindliche Ideologien und sie verwenden Aussagen, die sich auf heidnische Begriffe stützen.
Der englische Naturforscher Charles Darwin hatte mit seinem 1859 erschienenen Buch Der Ursprung der Arten und dem 1871 folgenden Die Entstehung des Menschen eine große Diskussion begonnen und zur gleichen Zeit mehrere Bereiche des europäischen Denkens beeinflußt… Die Ideen von Darwin und die Gedanken von einigen modernen Denkern wie des englischen Philosophen Herbert Spencer wurden sehr schnell in Bereichen umgesetzt, die außerhalb der Wissenschaft lagen. Die praktikabelste Seite für die gesellschaftliche Entwicklung des Darwinismus war der Glaube, die Erde sei überbevölkert und könne nicht mehr durch natürliche Resseourcen ernährt werden. Deswegen bedürfe es eines ständigen Überlebenskampfes, aus dem die Starken oder die “Geeigneten” als Sieger hervorgingen. Für bestimmte Sozialwissenschaftler war es ein Leichtes, von diesem Punkt ausgehend dem Begriff des “Geeigneten” eine moralische Bedeutung hinzufügen und zu behaupten, die im Überlebenskampf siegreichen Arten oder Rassen würden auch eine moralische Überlegenheit aufweisen.
So vereinte sich die Doktrin der natürlichen Selektion ganz einfach mit einer anderen, von dem französischen Schriftsteller Joseph-Arthur Gobineau entwickelten Gedankenschule. Gobineau veröfftichte 1853 eine Arbeit unter dem Titel Ein Aufsatz über die Ungleichheit der menschlichen Rassen. Gobineau führte an, dass in der Evolution die Rasse das größte Agens ist, und dass die anderen Rassen überlegene Rasse auch ihre eigene rassische Reinheit am besten zu schützen weiß. Gobineau zufolge war die im Überlebenskampf überlegene Rasse die arische Rasse…
Es war der engliche Schriftsteller Houston Steward Chamberlain, der diese Ideen einen Schritt weiter führte. Hitler bewunderte diesen Autor so sehr, dass er ihn 1927 an seinem Totenbett besuchte.3
Das Wort Eugenik bedeutet, behinderte und kranke Menschen auszulesen und mittels der Vermehrung gesunder Individuen eine Menschenrasse zu “veredeln”. Der Theorie der Eugenik zufolge kann eine menschliche Rasse ebenso veredelt werden, wie eine gute Tierrasse durch Paarung gesunder Tiere entsteht.
Die Bindung der Nazis an die Evolutionstheorie stand neben ihrer Rassenpolitik in enger Beziehung zu ihrer Religionsfeindschaft. Sie waren grimmige Feinde der Göttlichen Religionen und wollten an deren Stelle heidnische Glaubenslehren verankern. Sie bemerkten sehr schnell, dass Religionsfeindlichkeit, die in der Bevölkerung durchsetzbar sein sollte, die Praktizierung von antireligiöser Suggestion und Propaganda erforderte und dass deren wirkungsvollste Umsetzung mit Hilfe der Theorien des Darwinismus geschehen konnte. Wenn Daniel Gasman in seinem Buch The Scientific Origins of National Socialism (Der wissenschaftliche Ursprung des Nationalsozialismus) sagte “Hitler glaubte, dass der Gedanke der biologischen Evolution die stärkste Waffe ist, die gegen die Religion verwendet wird”, dann drückte er genau dies aus.6
Die Fundamente des despotischen, unbarmherzigen Charakters der Naziswaren ihre Religionsfeindlichkeit und die darwinistische Ideologie.
Untersucht man den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus, dann ist deutlich zu erkennen, dass diese ein Gesellschaftsmodel verteidigen, das eine der Quranischen Moral entgegengesetzte Denkweise vertritt.
Die Wurzel des Antisemitismus besteht aus Hass und Unbarmherzigkeit. Aus diesem Grund haben die Antisemiten die heidnischen Glaubenslehren der früheren Barbaren nachgeahmt. Ein Antisemit ist so grausam, dass er es verteidigt Juden, ohne zwischen Frauen, Kindern und Alten zu unterscheiden, zu foltern und zu ermorden. Doch die Quranische Moral lehrt die Menschen Liebe, Anteilnahme und Barmherzigkeit, und und sie gebietet den Muslimen, Feinden gegenüber gerecht zu sein und ihnen nötigenfalls zu vergeben.
Gott gebietet im Quran, dass diejenigen gut behandelt werden sollen, die der Religion nicht feindlich gegenüberstehen:
Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. Allah verbietet euch nur, mit denen Freundschaft zu schließen, die euch des Glaubens wegen bekämpft oder euch aus eueren Wohnungen vertrieben oder bei euerer Vertreibung geholfen haben. Wer mit ihnen Freundschaft schließt, tut Unrecht.(Quran, 60:8-9)
Die Vernichtungspolitik der Nazis richtete sich nicht nur gegen die Juden, sondern ebenso auf andere ethnische, religiöse und soziale Gruppen wie Zigeuner, Polen, Slawen, religiöse Katholiken, Zeugen Jehovas sowie Körper- und Geistesbehinderte. Es ist richtig, dass das jüdische Volk, das 5,5 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern verlor, am meisten von den nationalsozialistischen Greueln betroffen war. Doch die Zahl der Menschen, die in den Lagern ihr Leben verloren, übersteigt 11 Millionen, und mehr als die Hälfte davon sind Menschen aus den oben genannten Gruppen.
Die Lage der Leute der Schrift im Quran
Gott teilt in einem Vers folgendermaßen mit, dass die Menschen nicht nach Rassen, Hautfarben und ethnischen Wurzeln zu bewerten sind, sondern entsprechend ihres Verhaltensmoral:
“O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig.”(Quran, 49:13)
Der im Vers verwendete Ausdruck “damit ihr einander kennenlernt” zeigt, weshalb Gott unterschiedliche Rassen und ethnische Abstammungen schuf: Die verschiedenen Nationalitäten und Stämme, die alle Diener Gottes sind, haben einander kennenzulernen, das heißt, sie sollen von ihren unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Gebräuchen und Fähigkeiten lernen. Das Ziel des Zusammenfindens unterschiedlicher Rassen sind nicht Auseinandersetzung und Krieg, sondern es ist kulturelle Vielfalt.
Die Moral und die Bestimmungen, die Gott in diesem und anderen Versen vermittelt, halten einen Muslim auf jeden Fall vom Rassismus ab. Deshalb ist es nicht vorstellbar, dass wir als Muslime Juden oder einer anderen Rasse gegenüber negative Gedanken hegen und dies lediglich aufgrund deren ethnischer Abstammung.
Betrachtet man das Thema unter dem Blickwinkel der jüdischen Religion, so begegnen wir erneut einer bedeutenden im Quran offenbarten Tatsache. Die Juden werden gemeinsam mit den Christen im Quran als “Leute der Schrift” bezeichnet und stehen den Muslimen näher als die Atheisten oder Polytheisten. Wie sehr auch die Thora und die Bibel willkürlich abgeändert wurden, und Juden und Christen als Ergebnis dieser Textentstellung manche abergläubische Überzeugungen angenommen haben, sind sie doch Menschen, die an Gott, Seine Einheit und an die von Ihm kommenden Bestimmungen gebunden sind.
Im Quran werden grundlegende Unterscheidungen zwischen Götzendienern und den Leuten der Schrift vorgenommen, die vor allem in Bezug auf das soziale Leben bedeutsam sind. So teilt Gott zum Beispiel in einem Vers bezüglich der Götzendiener mit:
“… Siehe, die Götzendiener sind unrein. Darum sollen sie sich nach diesem ihrem Jahr der unverletzlichen Moschee nicht mehr nähern…” (Quran, 9:28)
Denn Götzendiener sind Menschen, die keinerlei Göttliche Regel kennen, über kein moralisches Kriterium verfügen und ohne Zögern jegliche Art von Unreinlichkeit und Abweichung begehen.
Lediglich die Leute der Schrift verfügen über moralische Kriterien, die im wesentlichen auf der Eingebung Gottes beruhen, sowie auf den Begriffen “verboten” und “erlaubt”. Deshalb sind die Speisen der Leute der Schrift für Muslime erlaubt. In gleicher Weise wurde Muslimischen Männern gestattet, Frauen der Leute der Schrift zu heiraten. Diesbezüglich befahl Gott in einem Vers folgendes:
Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Auch die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, so wie euere Speisen ihnen erlaubt sind. Und (erlaubt sind euch zu heiraten) tugendhafte Frauen, die gläubig sind, und tugendhafte Frauen von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde, sofern ihr ihnen ihr Brautgeld gegeben habt und tugendhaft mit ihnen lebt, ohne Unzucht, und keine Geliebten nehmt. Wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist fruchtlos, und im Jenseits ist er einer der Verlorenen.(Quran, 5:5)
Diese Bestimmungen zeigen, dass als Ergebnis einer Heirat zwischen Muslimen und Leuten der Schrift Verwandschaftsbeziehungen entstehen können und beide Seiten gegenseitigen Einladungen zum Essen Folge leisten können; dies sind demzufolge die Grundlagen, die warmherzige menschliche Beziehungen und ein entspanntes Miteinander gewährleisten. Wenn also im Quran diese maßvolle und tolerante Ansicht empfohlen wird, dann ist es undenkbar, dass wir als Muslime gegenteilige Gedanken hegen.
Weiterhin wird im Quran mitgeteilt, das Klöster, Kirchen und Synagogen zu den von Gott geschützten Gebetsstätten zählen:
“… Und hätte Allah nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Allahs Name häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden. Und wer Ihm helfen will, dem hilft gewiss auch Allah; denn Allah ist stark und mächtig.” (Quran, 22:40)
Dieser Vers zeigt jedem Muslim, wie wichtig es ist, den Gebetsstätten der Leute der Schrift Achtung zu entbieten und diese zu schützen.
| Muslimische Gesellschaften verhielten sich im Laufe der Geschichte stets tolerant gegenüber Menschen unterschiedlicher Religionen und Rassen. Auf dem Bild ist Sultan Mehmed-II der Eroberer zu sehen, wie er die Ayasofya betritt. |
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Zu keiner Zeit gab es in der Islamischen Welt den in Europa zu beobachtenden Antisemitismus (Judenfeindlichkeit), der aus den Praktiken der Inquisition und aus rassistischem Gedankengut geboren wurde. Uns Muslimen, die wir die Gebote und Verbote des Quran beachten, ist es demzufolge gar nicht möglich, aufgrund von Religion und Glauben eine Feindschaft den Juden gegenüber zu nähren.
Die dunklen Wurzeln des Antisemitismus
Als weiterer Punkt ist hinzufügen, dass die als
Antisemitismus bekannte Ideologie eine heidnische Lehre ist, die ohnehin
von keinem Muslim angenommen werden kann.
Um dies zu erkennen ist es jedoch notwendig die Wurzeln des
Antisemitismus zu untersuchen. Der im allgemeinen als
“Judenfeindlichkeit” verstandene Ausdruck bedeutet eigentlich
“Semitenfeindlichkeit” und drückt die Feindschaft gegenüber der von der
Rasse der Semiten stammenden, semitischen Völkerschaft aus. Die Semiten
bestehen aus Arabern, Juden und anderen im nahen Osten ansässigen
ethnischen Gruppen. Sprachen und Kulturen der Semiten sind sehr ähnlich.
(So ähneln z.B. Arabisch und Hebräisch einander sehr.)|
Die neo-heidnische Strömung, die im Europa des 19.
Jahrhunderts aufkam, befürwortete die Rückkehr der europäischen
Gesellschaften in die vorchristliche polytheistische Zeit. Die
Neuheiden, die den göttlichen Religionen wie dem Judentum und dem
Christentum feindlich gesonnen waren, imitierten das wertlose
Lebensmodell der polytheistischen Gesellschaften. Ein Beispiel hierfür ist das Poster der Nazipropaganda (oben rechts), das die SS mit den antiken heidnischen Kriegern gleichsetzt.
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Die zweite grosse ethnische Gruppe, ist die der Indoeuropäer. Die
meisten der heutigen europäischen Nationalitäten sind indoeuropäischer
Abstammung.
Zu all diesen unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften kamen
Propheten, um die Existenz und Einheit Gottes zu erklären und Seine
Gebote und Verbote zu verkünden. Betrachtet man schriftliche
Aufzeichnungen, dann stellt man fest, dass die indoeuropäischen
Nationalitäten seit alters her stets polytheistischen Glaubensrichtungen
anhingen. Die Zivilisation der Griechen und Römer und die zur gleichen
Zeit im Norden Europas lebenden Germanen und Wikinger hingen stets dem
Glauben an die Vielgötterei an. Aus diesem Grund blieben diese
Gesellschaften völlig ohne sittliche Kriterien. Gewalt und Grausamkeit
wurden als legale und lobenswerte Eigenschaften betrachtet und
Sittenlosigkeit wie Homosexualität und Ehebruch waren weit verbreitet.
(Es sei daran erinnert, dass der wichtigste Vertreter der
indoeuropäischen Zivilisation, das Römische Reich, eine Gesellschaft
war, die in den Arenen Menschen zur Volksbelustigung zerfleischen
liess.)|
Friedrich Nietzsche war der Vorläufer der im 19. Jahrhundert aufgekommenen neo-heidnischen Strömung. |
Diese in Europa vorherrschenden Stämme begegneten dem
monotheistischen Glauben unter dem Einfluß des zu den Semiten gesandten
Propheten Jesus (a.s). Die Botschaft Jesu, der den Kindern Israels als
Prophet gesandt wurde und der selbst nach Herkunft und Sprache Jude war,
verbreitete sich im Lauf der Zeit nach Europa, und die polytheistischen
Stämme nahmen das Christentum an. Das Christentum degenerierte jedoch
mit der Zeit und der vom rechten Weg abgeirrte Trinitätsglaube, die
Dreieinigkeit, wurde Bestandteil des Christentums.
Im 18. und 19. Jahrhundert entstand in Europa mit dem Rückgang des
religiösen Christentums und dem Erstarken von Ideologien und
Philosophien, die die Gottlosigkeit verteidigten, eine seltsame
Strömung: der Neo-Polytheismus oder Neo-Paganismus. Die Vertreter dieser
Strömung forderten, dass die europäischen Gesellschaften das
Christentum zurückweisen und zu ihren früheren polytheistischen
Glaubensrichtungen zurückkehren müssten. Diesen neuen Götzendienern
zufolge war das Moralverständnis der heidnischen europäischen
Gesellschaften höherwertig, als das christliche Moralverständnis.Einer der wichtigsten Vertreter dieser Strömung war Friedrich Nietzsche, der auch zu den bedeutendsten Theoretikern des Faschismus zählte. Nietzsche, der dem Christentum gegenüber einen großen Haß verspürte, war der Überzeugung, dass diese Religion den in der Seele der deutschen Rasse vorhandenen “Krieger”, und damit deren reinstes Wesen vernichtete hatte. Mit dem Buch “Der Antichrist” griff er das Christentum an und verteidigte mit dem Buch “Also sprach Zarathustra” die alte heidnische Kultur. (Das Zoroastriertum ist eine der im antiken Persien weit verbreiteten heidnischen Religionen, die dem indoeuropäischen Kulturkreis zugerechnet wird.)
Während die neuen Heiden Feinde des Christentums wurden, nährten sie gleichzeitig auch einen großen Hass auf das Judentum, das sie als die Wurzel des Christentums ansahen. Sie bewerteten das Christentum sogar als Eroberung der Welt durch jüdisches Gedankengut und betrachteten es als ein jüdisches Komplott. Es bedarf keiner weiteren Diskussion darüber, dass die neuen Heiden in gleicher Weise gegenüber dem Islam, der einzigen wahren Religion, Hass empfanden.
| Der eigentliche Grund der Judenfeindlichkeit der Nazis war ihre Bindung an die neo-heidnische Lehre. Während ihrer Regierungszeit veranstalteten sie überall in Deutschland Aufmärsche, die an die heidnischen Feiern der Antike erinnerten. Einer davon ist die obige Erö ffnung der Olympischen Spiele in Berlin. |
Auf diese Weise entfachte die neo-heidnische Strömung
auf der einen Seite die Religionsfeindlichkeit und gebar auf der anderen
Seite die Ideologien des Faschismus und des Antisemitismus. Betrachtet
man die Grundlagen der Nazi-Ideologie, dann wird ganz deutlich, dass
Hitler und seine Anhänger im wahren Sinn des Wortes Heiden gewesen sind.
Der Nationalsozialismus: Das Heidentum des 20. Jahrhunderts
Ein Denker namens Jörg Lanz von Liebenfels spielte eine
grosse Rolle bei der Entwicklung der Nazi-Ideologie in Deutschland. Lanz
glaubte mit großer Überzeugung an seine neo-heidnischen Ideen. Er fand
das Hakenkreuz, das zum Symbol der Nazipartei wurde, in alten
heidnischen Quellen. Die von Lanz gegründete “Ordo Novi Templi”
Vereinigung gab sich völlig der Wiedergeburt des Polytheismus hin. Lanz
erklärte ganz offen, dass er “Wotan” anbete, eine der falschen
Gottheiten der alten heidnischen germanischen Stämme. Ihm zufolge war
der Wotanismus die ureigenste Religion des deutschen Volkes, und die
Deutschen konnten angeblich nur durch die Rückkehr zu dieser Religion
gerettet werden.
Die Nazi Ideologie entwickelte sich entlang des Weges, den Lanz und
andere heidnische Ideologen vorgegeben hatten. Alfred Rosenberg, einer
der wichtigsten Ideologen der Nazis, plädierte ganz offen dafür, dass
das Christentum dem unter der Führerschaft Hitlers neu errichteten
Deutschland nicht die erforderliche “seelische Energie” geben könne und
aus diesem Grund die deutsche Rasse zur antiken heidnischen Religion
zurückkehren müsse. Nach Rosenberg müssten nach der Regierungsübernahme
durch die Nazis die religiösen Symbole aus den Kirchen entfernt, und an
deren Stelle Hakenkreuze, Hitlers Buch Mein Kampf und Schwerter
angebracht werden als Symbole für die Unbesiegbarkeit der Deutschen.
Hitler übernahm die Ansichten Rosenbergs, sah jedoch von der
Verwirklichung der neuen deutschen Religionstheorie ab, da er erwartete,
damit heftige Reaktionen in der Bevölkerung hervorzurufen.1Doch wurden während des Naziregimes manche wieder eingeführte heidnische Rituale praktiziert. Kurz nachdem Hitler an die Macht gekommen war, begann man, die Feiertage des Christentums aufzuheben und sie durch “heilige” Tage heidnischer Religionen zu ersetzen. Bei Trauungen wurde auf imaginäre Götzen wie “Erdmutter” und “Himmelsvater” geschworen und 1935 wurde verboten, christliche Gebete in Schulen zu verrichten. Später wurde der christliche Religionsunterricht völlig abgeschafft.
Der Chef der SS, Heinrich Himmler, drückte den Hass des Naziregimes auf das Christentum folgendermaßen aus: “Diese Religion ist der größte Bazillus, den die Geschichte in sich trägt und es ist erforderlich, ihn auch als solchen zu behandeln.” 2 Diese Worte sind Ausdruck der ignoranten und unvernünftigen Mentalität Himmlers und der Nazis. Und dies kann nicht akzeptiert werden.
So ist die Judenfeindlichkeit der Nazis ein Teil der Religionsfeindlichkeit. Die Nazis, die das Christentum als ein jüdisches Komplott betrachteten, bemühten sich, die deutsche Gesellschaft auf der einen Seite vom Christentum loszulösen und zwangen auf der anderen Seite die Juden durch eine Reihe von gegen sie gerichteten Massnahmen zum Verlassen Deutschlands.
Die heutigen neonazistischen und faschistischen Gruppen, die die Vorhut des Antisemitismus bilden, vertretenallesamt religionsfeindliche Ideologien und sie verwenden Aussagen, die sich auf heidnische Begriffe stützen.
Die darwinistischen Wurzeln des Nationalsozialismus
Ein anderer wichtiger Aspekt der Weltanschauung der Nazis ist ihre Akzeptanz der Darwinschen Evolutionstheorie.
Als Darwin diese Theorie aufstellte, behauptete er, dass es in der
Natur stets einen Überlebenskampf gibt, der manche Rassen vorwärts
bringt und die Verlierer dieses Kampfes zum Untergang verurteilt. Diese
Ansichten wurden innerhalb kürzester Zeit zum wissenschaftlichen
Fundament des Rassismus. James Joll, der jahrelang als Professor für
Geschichte an den Universitäten Oxford, Stanford und Harvard wirkte,
beschreibt in seinem Buch Europe since 1870 (Europa seit 1870),
das immer noch an den Universitäten verwendet wird, die ideologische
Verbindung zwischen Darwinismus und Rassismus:Der englische Naturforscher Charles Darwin hatte mit seinem 1859 erschienenen Buch Der Ursprung der Arten und dem 1871 folgenden Die Entstehung des Menschen eine große Diskussion begonnen und zur gleichen Zeit mehrere Bereiche des europäischen Denkens beeinflußt… Die Ideen von Darwin und die Gedanken von einigen modernen Denkern wie des englischen Philosophen Herbert Spencer wurden sehr schnell in Bereichen umgesetzt, die außerhalb der Wissenschaft lagen. Die praktikabelste Seite für die gesellschaftliche Entwicklung des Darwinismus war der Glaube, die Erde sei überbevölkert und könne nicht mehr durch natürliche Resseourcen ernährt werden. Deswegen bedürfe es eines ständigen Überlebenskampfes, aus dem die Starken oder die “Geeigneten” als Sieger hervorgingen. Für bestimmte Sozialwissenschaftler war es ein Leichtes, von diesem Punkt ausgehend dem Begriff des “Geeigneten” eine moralische Bedeutung hinzufügen und zu behaupten, die im Überlebenskampf siegreichen Arten oder Rassen würden auch eine moralische Überlegenheit aufweisen.
So vereinte sich die Doktrin der natürlichen Selektion ganz einfach mit einer anderen, von dem französischen Schriftsteller Joseph-Arthur Gobineau entwickelten Gedankenschule. Gobineau veröfftichte 1853 eine Arbeit unter dem Titel Ein Aufsatz über die Ungleichheit der menschlichen Rassen. Gobineau führte an, dass in der Evolution die Rasse das größte Agens ist, und dass die anderen Rassen überlegene Rasse auch ihre eigene rassische Reinheit am besten zu schützen weiß. Gobineau zufolge war die im Überlebenskampf überlegene Rasse die arische Rasse…
Es war der engliche Schriftsteller Houston Steward Chamberlain, der diese Ideen einen Schritt weiter führte. Hitler bewunderte diesen Autor so sehr, dass er ihn 1927 an seinem Totenbett besuchte.3
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Die Bewertung der Menschen entsprechend
ihrer ethnischen Wurzeln und vererblichen physischen Maße war eine
Verirrung, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Der
wichtigste Grund hierfür war die Evolutionstheorie von Darwin, der die
gesamten Menschheit unter einem rassistischen Blickwinkel betrachtete.
Darwin war auch der verborgene Architekt des Rassismus im 19.
Jahrhundert und der Nazigreuel im 20. Jahrhundert. Oben sind die “Maße
der Rassen” zu sehen, mit denen die Kriterien der Evolution
ausgearbeitet wurden.
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Das zwischen Hitler und den Ideen Darwins bestehende Band ist auch aus dem Titel von Hitlers Buch Mein Kampf abzulesen: Der Kampf von dem der Naziführer schreibt, ist der von Darwin postulierte Überlebenskampf.
Die ideologische Verbindung von Hitler und den Nazis mit dem
Darwinismus gewann mit der von ihnen nach der Machtübernahme
praktizierten Politik an Deutlichkeit. Die von den Nazis praktizierte
Rassenpolitik beruhte auf der Eugenik und bestand aus der Übertragung
der Evolutionstheorie auf die menschliche Gesellschaft.Das Wort Eugenik bedeutet, behinderte und kranke Menschen auszulesen und mittels der Vermehrung gesunder Individuen eine Menschenrasse zu “veredeln”. Der Theorie der Eugenik zufolge kann eine menschliche Rasse ebenso veredelt werden, wie eine gute Tierrasse durch Paarung gesunder Tiere entsteht.
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Es waren Francis Galton, der Cousin von Charles Darwin
und dessen Sohn Leonard Darwin, die diese Theorie entwickelten. Der
erste, der die Theorie der Eugenik in Deutschland übernahm, war der
Evolutionsbiologe Ernst Haeckel, ein enger Freund von Darwin. Er schlug
vor, neugeborene behinderte Babys ohne Verzögerung zu töten um auf diese
Weise die Evolution der Gesellschaft zu beschleunigen. Er ging sogar
noch weiter und führte die Notwendigkeit an, Aussätzige, Krebskranke und
Geisteskranke ohne Barmherzigkeit zu töten, da ansonsten diese Personen
der Gesellschaft zur Last fallen und die Evolution verlangsamen würden.
Haeckel starb im Jahr 1919, seine Ideen jedoch wurden von den Nazis
übernommen. Kurze Zeit nachdem Hitler an die Macht gekommen war, begann
er eine offizielle Politik der Eugenik. Folgende Sätze aus Hitlers Mein Kampf fassen diese Politik zusammen:
Der völkische Staat hat hier die ungeheuerste Erziehungsarbeit zu
leisten. Sie wird aber dereinst auch als eine größere Tat erscheinen als
es die siegreichsten Kriege unseres heutigen bürgerlichen Zeitalters
sind. Er hat durch Erziehung den einzelnen zu belehren, daß es keine
Schande, sondern nur ein bedauernswertes Unglück ist, krank und
schwächlich zu sein, daß es aber ein Verbrechen und daher zugleich eine
Schande ist, dieses Unglück durch eigenen Egoismus zu entehren, indem
man es unschuldigen Wesen wieder aufbürdet; daß es demgegenüber von
einem Adel höchster Gesinnung und bewundernswertester Menschlichkeit
zeugt, wenn der unschuldige Kranke, unter Verzicht auf ein eigenes Kind,
seine Liebe und Zärtlichkeit einem unbekannten armen, jungen Sprossen
seines Volkstums schenkt, der in seiner Gesundheit verspricht, dereinst
ein kraftvolles Glied einer kraftvollen Gemeinschaft zu werden. Und der
Staat hat in dieser Erziehungsarbeit die rein geistige Ergänzung seiner
praktischen Tätigkeit zu leisten. Er muß ohne Rücksicht auf Verständnis
oder Unverständnis, Billigung oder Mißbilligung in diesem Sinne handeln.
Eine nur sechshundertjährige Verhinderung der Zeugungsfähigkeit und
Zeugungsmöglichkeit seitens körperlich Degenerierter und geistig
Erkrankter würde die Menschheit nicht nur von einem unermeßlichen
Unglück befreien, sondern zu einer Gesundung beitragen, die heute kaum
faßbar erscheint. Wenn so die bewußte planmäßige Förderung der
Fruchtbarkeit der gesündesten Träger des Volkstums verwirklicht wird, so
wird das Ergebnis eine Rasse sein, die, zunächst wenigstens, die Keime
unseres heutigen körperlichen und damit auch geistigen Verfalls wieder
ausgeschieden haben wird.4|
Unter den Ideengebern Hitlers befinden sich ganz zuvorderst
die Biologen, die die Evolutionstheorie verteidigten. Die Wurzel von
Hitlers Ideen der Eugenik (Rassereinheit) waren insbesondere der Cousin
von Charles Darwin, Francis Galton, sowie Ernst Heckel, der eifrigste
Vertreter Darwins in Deutschland.
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Gestützt auf diese Ideologie Hitlers wiesen die Nazis
Geisteskranke, Behinderte, und genetisch Kranke in besondere
“Sterilisierungszentren” ein. Aufgrund eines 1933 erlassenen Gesetzes
wurden 350.000 Geisteskranke, 30.000 Zigeuner und Hunderte von farbiger
Kinder durch Röntgenstrahlen, Injektionen und Elektroschocks im
Genitalbereich unfruchtbar gemacht. Ein Nazioffizier sagte, “Der
Nationalsozialismus ist nichts anderes als angewandte Biologie.”5
Doch was die Nazis für angewandte Biologie hielten, war die den
grundlegenden Gesetzen der Biologie entgegengesetze Theorie Darwins.
Heute ist klar, dass sowohl die Theorie der Eugenik wie auch die anderen
darwinistischen Behauptungen jeglicher wissenschaftlichen Grundlage
entbehren.Die Bindung der Nazis an die Evolutionstheorie stand neben ihrer Rassenpolitik in enger Beziehung zu ihrer Religionsfeindschaft. Sie waren grimmige Feinde der Göttlichen Religionen und wollten an deren Stelle heidnische Glaubenslehren verankern. Sie bemerkten sehr schnell, dass Religionsfeindlichkeit, die in der Bevölkerung durchsetzbar sein sollte, die Praktizierung von antireligiöser Suggestion und Propaganda erforderte und dass deren wirkungsvollste Umsetzung mit Hilfe der Theorien des Darwinismus geschehen konnte. Wenn Daniel Gasman in seinem Buch The Scientific Origins of National Socialism (Der wissenschaftliche Ursprung des Nationalsozialismus) sagte “Hitler glaubte, dass der Gedanke der biologischen Evolution die stärkste Waffe ist, die gegen die Religion verwendet wird”, dann drückte er genau dies aus.6
Die Fundamente des despotischen, unbarmherzigen Charakters der Naziswaren ihre Religionsfeindlichkeit und die darwinistische Ideologie.
Die Quranische Moral beseitigt Antisemitismus und Rassismus
Der Antisemitismus ist eine antireligiöse und
darwinistische Ideologie, deren Wurzeln in das Heidentum zurückreichen.
Deshalb ist es für einen Muslim unmöglich, den Antisemitismus zu
übernehmen und diesem Sympatie entgegenzubringen. Ein Antisemit ist ein
Feind des Propheten Abraham (a.s), des Propheten Moses (a.s) und des
Propheten David (a.s). Diese Propheten wurden von Gott erwählt und den
Menschen als Botschafter gesandt.
Auch andere Formen des Rassismus, wie die Feindschaft gegenüber
Farbigen, die aus verschiedenen Ideologien und falschen Glaubenslehren
resultieren, stehen im Gegensatz zu den Göttlichen Religionen.Untersucht man den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus, dann ist deutlich zu erkennen, dass diese ein Gesellschaftsmodel verteidigen, das eine der Quranischen Moral entgegengesetzte Denkweise vertritt.
Die Wurzel des Antisemitismus besteht aus Hass und Unbarmherzigkeit. Aus diesem Grund haben die Antisemiten die heidnischen Glaubenslehren der früheren Barbaren nachgeahmt. Ein Antisemit ist so grausam, dass er es verteidigt Juden, ohne zwischen Frauen, Kindern und Alten zu unterscheiden, zu foltern und zu ermorden. Doch die Quranische Moral lehrt die Menschen Liebe, Anteilnahme und Barmherzigkeit, und und sie gebietet den Muslimen, Feinden gegenüber gerecht zu sein und ihnen nötigenfalls zu vergeben.
Ein weiteres Gebot der Moral, die Gott die Menschen im
Quran lehrt, besteht darin, keine Pauschalurteile zu fällen, nur weil
die Menschen verschiedenen Rassen, Völkern und Religionen angehören. In
jeder menschlichen Gesellschaft gibt es gute und schlechte Menschen.
Dies gilt auch für die Leute der Schrift. Nachdem in den Versen
dargelegt wurde, dass ein Teil der Leute der Schrift sich gegen Gott und
die Religion auflehnt, wird mitgeteilt, dass es unter ihnen auch
aufrichtig Gute gibt:
Sie sind aber nicht alle gleich. Unter den Völkern der
Schrift gibt es eine aufrechte Gemeinde, welche die Verse Allahs zur
Zeit der Nacht liest und sich niederwirft. Diese glauben an Allah und an
den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und
wetteifern in guten Werken; und sie gehören zu den Rechtschaffenen, und
was sie an Gutem tun, es wird ihnen niemals bestritten; und Allah kennt
die Gottesfürchtigen.(Quran, 3:113-115) Gott gebietet im Quran, dass diejenigen gut behandelt werden sollen, die der Religion nicht feindlich gegenüberstehen:
Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. Allah verbietet euch nur, mit denen Freundschaft zu schließen, die euch des Glaubens wegen bekämpft oder euch aus eueren Wohnungen vertrieben oder bei euerer Vertreibung geholfen haben. Wer mit ihnen Freundschaft schließt, tut Unrecht.(Quran, 60:8-9)
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Im Quran befiehlt Gott, sogar gegenüber der Feinde der Muslime gerecht zu sein:
O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit
fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute
verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht
mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah. Siehe, Allah kennt euer Tun. (Quran, 5:8)
Alle diese Verse zeigen, dass es nicht der Islamischen
Moral entspricht, aufgrund von Glauben- und Rassenunterschieden anderen
Menschen gegenüber Hass, Zorn, Widerwillen oder Agressivität an den Tag
zu legen. Darüber hinaus muss man sich die Tatsache vor Augen halten,
dass die Juden Abkömmlinge vom Stamm des Propheten Abraham (a.s) sind.
Die Islamische Moral erlaubt auf gar keinen Fall, die Nachkommen des
Propheten Abraham (a.s) zu vernichten. Keinem Muslim, der der
Quranischen Moral und der Sunna unseres Propheten (s.a.w.s) Folge
leistet, ist es möglich, ein solch verwerfliches Unternehmen zu
akzeptieren.
1. Michael Howard, The Occult Conspiracy: The Secret History of Mystics, Templars, Masons and Occult Societies, 1b., London: Rider, 1989, S. 130.
2. Herbert F. Ziegler, Nazi Germany’s New Aristocracy: The SS Leadership 1925-1939. Princeton, New Jersey, University Press, 1989, S. 85.
3. James Joll, Europe Since 1870: An International History, Penguin Books, Middlesex, 1990, S. 102-103.
4. Adolf Hitler, Mein Kampf, München: Verlag Franz Eher Nachfolger, 1993, S. 44, 447-448.
5. Henry Morris, The Long War Against God, S. 78; Francis Schaeffer, How Shall We Then Live?, New Jersey, Revell Books, Old Tappan, 1976, S. 151.
6. Daniel Gasman, The Scientific Origins of National Socialism: Social Darwinism in Ernst Haeckel and the German Monist League, New York: American Elsevier Press, 1971, S. 168).
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